Unter Halles eingemeindeten Dörfern ist unser Planena schon etwas ganz besonderes. Es liegt südlich von Ammendorf, am Ende einer idyllischen Fahrt durch die Elsteraue, dort, wo inmitten des weiten Grüns mehrere Gehöfte in Hufeneisenform zusammengedrängt, stehen. Kein Jahrhundert hat die Grundform, die eines slawischen Rundlings, verändert. Diesen Rundling haben einst die slawischen Bauern und Fischer angelegt. Eine Erklärung für diese Form liefert ein altes Gedicht: |
Aus dem Jahre 1184 stammt eine Urkunde die besagt, dass Blonene der Beesener Kirche unterstellt sei, und jährlich je einen Scheffel Roggen und Gerste zu liefern hätte. Der Ortsname bedeutet auf Altsorbisch etwa "Überschwemmungswiese", was für die folgenden Jahrhunderte Planenaer Geschichte gewesen ist. Die versteckte Lage Planenas hat durchaus ihre Vorteile gehabt: So ist keine Heimsuchung oder Plünderung aus der Epoche des Dreißigjährigen Krieges bekannt. Noch im Oktober 1805 als Napoleons Truppen Halle eroberten, versteckten die Einwohner verschiedener Dörfer ihre Viehherden im Hohenweidenschen Holz bei Planena. Wirtschaftlich hat Planena mit der Vergangenheit Schluss gemacht. Einst gab es hier eine Ziegelei und eine Hühnerfarm. Der Ackerbau musste um 1985 aufhören, als die Wiesen zum Trinkwassereinzugsgebiet erklärt wurden. |
Die Idylle in den Auen tröstet über so manches hinweg. Planena ist geblieben ein träumerischer Flecken, der von der Welt rundherum isoliert ist. Getrübt werden könnte diese Lage allerdings, wenn die Arbeiten zur ICE-Trasse beginnen: Irgendwann soll nämlich der Schnellzug hier durch die Saaleaue rauschen. Eines ist jedoch gewiss: |